Aktivkohle-Zahnpasta: Praktisches Hilfsmittel oder gefährlicher Trend?

Die meisten Menschen wünschen sich schöne, weiße Zähne. Das ist verständlich – ist es doch das Gesicht und häufig auch das Lächeln, das einem am Gegenüber in der Regel als Erstes auffällt. Dementsprechend nachvollziehbar ist es, dass viele Menschen zu verschiedensten Mitteln greifen, um ein schönes Lächeln zu erreichen.

Neben Behandlungen wie dem Zahnbleaching versprechen auch bestimmte Zahnpasten eine Zahnaufhellung – oftmals bereits nach der ersten Anwendung. Ganz besonders im Trend ist hierbei die Aktivkohle-Zahnpasta. Doch was hat es damit auf sich? Erfüllt die „schwarze Zahnpasta“ ihren Zweck? Und vor allem: Ist Zahnpasta mit Kohle ungefährlich?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Sie!

Was ist Aktivkohle?

Aktivkohle ist feinkörnig und wird auch medizinische Kohle genannt. Sie besteht überwiegend aus Kohlenstoff und wird als Adsorptionsmittel in verschiedenen Industrien eingesetzt. So können beispielsweise Farbstoffe entfernt werden, aber auch Geschmacks- oder Geruchsstoffe.

Wie wird Aktivkohle für die Zähne angewandt?

Es gibt primär drei Formen, in denen Aktivkohle zur Aufhellung von Zähnen angewandt wird:

  • In Form von Kapseln, die vor dem Zähneputzen zerbissen werden
  • In Form von Zahnpasta
  • In Form von Pulver, das wie Zahnpasta zum Zähneputzen verwendet wird

Was ist Aktivkohle-Zahnpasta?

Hierbei handelt es sich um eine schwarze Zahnpasta, die wie eine reguläre Zahnpasta zum Putzen der Zähne verwendet wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Zahnpasten enthalten sie die namensgebende Aktivkohle, die zum Aufhellen der Zähne beitragen soll. Einige Aktivkohle-Zahnpasten verfügen zudem nicht über Fluorid, obwohl dieses Element von Zahnärzten für die tägliche Zahnpflege als Kariesschutz empfohlen wird.

Wie wirkt Aktivkohle an den Zähnen?

Allen Darreichungsformen von Aktivkohle gemein ist die Wirkungsweise. Die Aktivkohle verfügt über eine sehr raue Oberfläche. Dadurch können sich bestimmte Stoffe an der Kohle festsetzen und so abgetragen werden. Die gewünschte Wirkung von Aktivkohlemitteln in der Zahnpflege ist also, dass Bakterien beseitigt und die Zähne aufgehellt werden.

Dies ist allerdings in der Praxis nicht der Fall. Stattdessen kann man sich die Wirkung der Aktivkohle auf die Zähne wie die eines Schleifpapiers vorstellen. Die Bakterien werden abgerieben, allerdings so grob, dass auch der Zahnschmelz angegriffen wird und die Zahnoberfläche aufraut. Dies öffnet den Weg für zahlreiche zahnmedizinische Probleme – von „harmlosen“ Verfärbungen bis hin zu waschechten Zahnbeschwerden wie Karies.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Aktivkohle-Zahnpasta

acht schwarze Zahnpasta mit Aktivkohle die Zähne heller?

Ein wissenschaftlicher Befund zur zahnaufhellenden Wirkung von Aktivkohle-Zahnpasta existiert aktuell nicht. Dennoch ist es möglich, dass die kurzzeitige Anwendung von Aktivkohle-Produkten wie Pulver und Zahnpasta die Zähne aufhellt. Jedoch ist davon aufgrund der negativen Nebenwirkungen abzuraten.

Ist Aktivkohle gut oder schädlich für die Zähne?

Aktivkohle-Zahnpasta kann vorübergehend die Zähne aufhellen, ist aber aufgrund ihrer „schleifenden“ Wirkung mit Vorsicht zu genießen. Eine langfristige Anwendung von Aktivkohle-Zahnpasta, -Kapseln oder -Pulver kann sehr schädlich für die Zähne sein. Eine positive Auswirkung von Aktivkohle für die Zahngesundheit ist nicht bekannt. Aus diesem Grund ist Zähneputzen mit Aktivkohle keine gute Idee.

Gibt es für die Zahnaufhellung Alternativen zu Aktivkohle-Zahnpasta?

Ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten für hellere Zähne. Zunächst ist es wichtig, sich der gründlichen Zahnpflege zu widmen. Dazu gehören neben dem zweimal täglichen Zähneputzen auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt zur Prophylaxe. Auch eine professionelle Zahnreinigung sollte regelmäßig durchgeführt werden.

Sollten Sie mit der Farbe Ihrer Zähne dennoch nicht zufrieden sein, könnte ein Zahnbleaching für Sie in Frage kommen. Beim Bleachen werden die Zähne aufgehellt – gegebenenfalls sogar um mehrere Zahnstufen.

Eine Alternative zum Bleaching stellen Veneers dar. Hierbei handelt es sich um sogenannte Verblendschalen, die aus hauchdünnem Material bestehen und auf die Zähne aufgebracht werden. So wirken diese heller und zudem können beschädigte Stellen abgedeckt werden, beispielsweise bei angebrochenen oder schiefen Zähnen.

Gerne beraten wir Sie, ob ein Bleaching oder Veneers für Sie in Frage kommen und mit welchen Kosten Sie zu rechnen haben.

 

Quelle: Bild von Photo Mix auf Pixabay

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